Hallo ihr alle!
Dies ist mein erster Blogeintrag in meinem neuen Blog!
Ich werde versuchen, euch hierdurch ueber mein Jahr auf dem laufenden zu halten und hoffe, regelmaessig etwas posten zu koennen!
Also, erstmal, damit ihr alle wisst, wo ich bin:
Ich sitze hier in Australien, genauer gesagt in Seymour, im Staat Victoria, ungefaehr 100km entfernt von Melbourne, der Hauptstadt von Victoria.
Seymour hat ungefaehr 6000 Einwohner, vier Primary schools und eine Highschool, Seymour Technical High School oder kurz: Tech.
Schueler an der Tech zu sein ist eigentlich ganz lustig.
Eigentlich aber auch nicht, also lassen wir das, ist eben nur ne Schule.
Viel interessanter ist, wie ich finde, was so rund um Seymour ist.
Rund um Seymour ist naemlich... nichts.
Genau, nichts.
Sieht man von dem Freeway und der Army Base Puckapunyal ab, deren Security sogar einem Taxifahrer glaubt, der laut Gesetz eigentlich gar keine Leute hinein und hinausfahren darf.
Nun, aber da ich hier keine Hetztirade schreiben will, die beinhaltet, dass wir eine gute Stunde warten durften, bloss weil wir die Kaengurus fotografiert haben.
Naja, wenigstens ist alles gut ausgegangen.
Mein Gastvater war zwar aeusserst genervt, da, nebst den oben genannten Punkten naemlich sein Rang um einiges hoeher ist und die Army Base auch noch ein Panzermuseum hat, was natuerlich ein guter Grund fuer Fotos ist.
(Ausserdem waren wir noch nicht einmal dort, wo uns der Taxifahrer vermutete, u.a. die School of Armour, etc... Wir waren bloss daemliche Kaengurus fotografieren! XD)
Naja.
Waehrend der ersten Zeit hier ist viel passiert.
Ich habe meine ersten Erfahrungen in einer High School gesammelt, inklusive Schliessfach und haesslicher Schuluniform, habe Freunde gefunden, neues Essen probiert und die Gastfamilie gewechselt.
Meine neue Gastfamilie (die ich schon seit ein paar Wochen habe :D) heisst Tyson und ist eigentlich richtig nett.
Eigentlich, denn es gibt auch hier neues, ich darf mich mit einem kleinen Gastbruder rumschlagen, der gerade elf geworden ist :D
Alles in allem sind sie jedoch ertraeglich und ich bin froh, bei dieser Familie zu sein.
(Meine Willkomensfamilie hatte eigentlich mal so gar kein Familienleben, eine Mutter, zwei Toechter, ein Vater, der nie da ist und jeder lebt neben den anderen her. Naja, wems gefaellt...)
Mal ganz nebenbei scheint ganz Australien wohl leidenschaftlich gerne Schokolade zu essen.
Zu Ostern, zu Weihnachten, am Tag, bei Nacht, ganz gleich, die Schokolade verfolgt dich.
Alleine zu Ostern habe ich genug Schokoladeneier fuers ganze Jahr bekommen und ich habe jetzt schon Angst, dass meine Hosen platzen...
Da ich mich gerade quer beet durch meine Themen arbeite, kann ich auch gleich von der Hitze erzaehlen - die einst waehrte...
Als ich ankam herrschte diese bruehende Hitze, 40 Grad im Schatten, vormittags und es wurde noch schlimmer. (Hoechsttemperatur 45 Grad im Schatten)
Ich schwitzte, durfte auch noch jeden Tag gegen drei Uhr von der Schule heimlaufen und mir einen Sonnenstich holen, froh ueber jedes kuehle Lueftchen, sei es auch noch so staubig von den Lkws aufgewirbelt.
Doch mittlerweile trauere ich diesen Temperaturen nach.
Man sollte es kaum glauben, doch ich friere mir hier momentan den Hintern ab, um es auf den Punkt zu bringen.
Es hat sich schlagartig gedreht, von 30 Grad im Schatten auf 10 Grad Mittagshitze.
Und ich friere wirklich.
Ich trage lange Hosen, einen Pullover und Socken!
Die, die mich kennen sollten wissen, dass das ein Wunder ist und normalerweise arktische Kaelte erfordert, doch ich friere mir bei morgendlichen 6 Grad die Zehen ab.
Was ist nur aus mir geworden?
Wahrscheinlich hat mir die Sonne nach zweimaligem Scheitelsonnenbrand das Hirn weichgekocht.
Das Problem ist nur: Braun bin ich immernoch nicht, dafuer sind meine Handruecken rot, das scheint wohl nicht mehr wegzugehen (hat aber auch arg weh getan... ;_; ).
Wo ich gerade meine Handruecken betrachte:
Gestern waren wir in Melbourne, da Lachlann, mein Gastbruder eine Schwimmmeisterschaft hatte.
Das hiess: 8 Stunden in einem Hallenbad auf der Tribuene rumsitzen bis einem der Hintern abfaellt.
Aber wenigstens war es amuesant und als Belohnung habe ich gestern Nacht im Bett auch nicht ganz so gefroren, wahrscheinlich, weil mir den Tag ueber schon so kalt war.
Vorgestern allerdings... Ja, das war ein Tag fuer den es sich lohnen wuerde, Schule zu schwaenzen.
Okay, auch wenn das jetzt ironisch war, der Tag war trotzdem toll.
Morgens sind wir um 7 Uhr aufgestanden, schnell gefruehstueckt, allemann ins Auto gepackt und losgeduest ins zwei Stunden entfernte Ballarat, dessen Privatzoo und Wildlife-Park auch die einzige Attracktion nebst falsch geparktem Kinderwagen ist.
Der Eintritt war zwar recht happig, doch es hat sich echt gelohnt.
Kaum hatte man das Gelaende hinter dem Kassenhaeuschen betreten, rannten einen auch schon die handzahmen Kaengurus um, in der Hoffnung, der treudoofe Tourist habe doch etwas von dem angepriesenen Tierfutter gekauft.
Natuerlich hatten wir das und so war es nicht nur ein kurzes Streichelvergnuegen, bevor die Kaengurus auf Futtersuche den naechsten Touristentrupp voller Japaner umrannten.
Neben diesem Streichel- und Futtervergnuegen fuer Kaenguru und Mensch ging es weiter ins Reptilienhaus, in dem man nicht nur einheimische Giftschlangen sondern auch auslaendische Wuergeschlangen, Alligatoren und Schnappschildkroeten bewundern konnte. (Die eine lag nach zwei Stunden immernoch mit offenem Maul rum, die hat sich echt keinen Zentimeter bewegt!)
Nachdem man dann in hoechster Verzueckung wieder die Kaengurus erblickte, die sogar ein paar Joeys dabeihatten, machten wir erst einmal eine kostenlose Fuehrung durch den Park mit, durch die wir sogar in den Genuss kamen, drei Sekunden einen Koala anzufassen - wie alle anderen in der recht grossen Gruppe.
Uebergluecklich, mal einen Koala aus naechster Naehe zu sehen, war ich ganz aus dem Haueschen, schliesslich dachte ich, das waere das Beste, war mir je passiert ist. Dachte ich.
Gut zwei Stunden spaeter standen wir naemlich vor dem Koalagehege, darauf wartend, ein Foto mit einem Koala machen zu duerfen, doch wenigstens einmal im Leben hatte ich Glueck und die Schlange war nicht wirklich lang, sie beschraenkte sich, um genau zu sein auf uns und wir hatten gut eine halbe Stunde, in der ein paar tolle Videos und Fotos entstanden, da die Pflegerin nichts dagegen hatte uns etwas mit den Koalas spielen zu lassen.
Es hat tierischen Spass gemacht und Koalas sind echt tolle Tiere, ich hatte bloss etwas Angst, dass Anastacia (ein Koalaweibchen) meine Haare fressen wuerde, doch sie schien es sich kurz zuvor doch noch einmal anders ueberlegt zu haben.
Schlussendlich sahen wir uns noch die Alligatorenfuetterung an und ich muss sagen, dieser Tag war echt toll.
(Bei Gelegenheit werde ich ein paar Fotos hochladen.)
Natuerlich habe ich auch Wombats, riesige Schildkroeten und Emus gesehen, doch die halbe Stunde im Koalagehege war eindeutig das Highlight des Tages, auch, wenn ich sowohl die Wombats als auch die Emus gestreichelt habe.
Koalas are the best!
:D :D :D
Ich hoffe, dieser erste Eintrag war recht informativ und ihr seid gespannt, mehr zu hoeren von mir aus dem inzwischen kalten Australien!
Liebe Gruesse
Eure Marianne!